Vorwort von Richard Breschar

Die gleiche Sprache zu sprechen fördert den Austausch und verbindet, 
dabei dasselbe zu meinen und zu spüren, weckt Heimatgefühle.  

Mundart ist Ausdruck von Heimat, ist Volkskultur. Früher konnte man über die Mundart Menschen einer kleinen Region gut zuordnen. Heute ist das, wenn überhaupt, nur mehr in größeren Gebieten möglich. Unsere Mobilität und digitale Medien haben in besonderem Maße Einfluss auf diese Entwicklung. Und gleichzeitig entstehen wieder neue regionale Sprachkulturen – vor allem unter Jugendlichen, deren Abkürzungssprache manchmal schwer zu verstehen ist. 

Faszinierend ist es, dass heute neben immer mehr englischen Bezeichnungen (z. B. googeln, chillen) manchmal sogar wissenschaftliche Ausdrücke schnell in den allgemeinen Sprachgebrauch gelangen und in Mundart aufgehen – „Ilex“ statt Stechpalme. Und dazu gibt es auch wieder einen Gegentrend mit Übersetzungen wie zum Beispiel „Kaffee zum Wegtragen“. 

Diese Veränderungen und Trends lassen sich im Grunde nicht wirklich beeinflussen. 

Besonders interessant kann es sein, sich mit Sprachen auseinander zu setzen und die Entstehungsgeschichte für Ortsbezeichnungen, für Dinge und Themen des Alltags oder sogar für den eigenen Namen zu hinterfragen. Wie etwas zu seinem Namen kommt,  kann durchaus mit einer interessanten Geschichte zu tun haben.

Mit der raschen Veränderung der Sprache geht gleichzeitig viel von diesem regionalen, kulturellen Erbe verloren – so verschwinden Geschichten, geht Geschichte verloren. Deshalb ist es wichtig, sich mit der regionalen Sprache und deren Veränderungen zu beschäftigen und diese zu dokumentieren.

Im Namen des Salzburger Bildungswerkes darf ich allen, die sich am Entstehen der vorliegenden Dokumentation  „FUSCHLER ZEITSPUREN“  beteiligt haben - vor allem der  Bildungswerkleiterin Josefa Fritz -  ganz herzlich gratulieren und auch danken, dass sie diese wichtige Aufgabe übernommen haben.

Richard Breschar
Salzburger Bildungswerk