Josefa Fritz

In meiner Kindheit und Jugend habe ich durch die Herkunft meiner Eltern bzw. Großeltern aus Köstendorf und Wals-Siezenheim die Unterschiede in der Flachgauer Mundart unbewusst miterlebt. 

Vor mehr als 40 Jahren heiratete ich einen gebürtigen Fuschler und wurde eine sogenannte „Zuagroaste“. Ich bemerkte bald Unterschiede im Dialekt, vor allem in der Aussprache bestimmter Laute. So ist mir aufgefallen, dass die Fuschlerinnen und Fuschler bei Wörtern mit „R“ am Wortanfang meistens ein gehauchtes „H“ sprechen(z. B. „Hros“ für das Wort „Ross“). Sie verwenden auch andere Artikel, so bezeichnen sie eine Veranstaltung im Fasching als „s’Ball“ (sächlich), anstelle des mir geläufigen  „d‘Ball“(männlich). 

Diese Unterschiede haben mich immer wieder beschäftigt und mein Interesse an der Mundart mit all ihren Ausprägungen geweckt.

Die Sprache, im Besonderen die Mundart, hat auch mein Berufsleben geprägt. Als Lehrerin bzw. Schulleiterin der Sport-Hauptschule in Hof bei Salzburg verwendete ich die Sprache als ein wichtiges Instrument der Wissensvermittlung und der sozialen Kommunikation. Ohne gemeinsame verständliche Sprache war und ist das Lernen nicht möglich. Meine Erfahrungen haben  gezeigt, dass die Jugendlichen in unserer Region den Dialekt noch vielfach sprechen und auch kennen. Doch die Sprache ist einem ständigen Wandel unterworfen, so auch der Dialekt. 

Das Buch „FUSCHLER ZEITSPUREN  – Mundart in der Region Fuschlsee“ und die Hörversion im WEB sollen dazu beitragen, dass der Dialekt dieser Region dokumentiert und festgehalten wird.  Auch für die nachkommenden Generationen.

Birgitta Koch

In der Fuschler Ortschronik werden meine Vorfahren väterlicherseits 1827 als Viktualienhändler, die Vorfahren mütterlicherseits 1831 als Bauern auf dem Mühlreitgut erstmals erwähnt. So darf ich mich wohl mit Stolz als „Eingeborene“ bezeichnen.

Da sich mein Vater als Lehrer und später als Direktor der Volksschule Fuschl am See für unseren Heimatort sowie für die Erhaltung des örtlichen Brauchtums und unserer Mundart einsetzte, fand auch ich bereits in früher Jugend die Überzeugung dazu, „Altes“ zu bewahren. Auch der enge Kontakt mit meiner Verwandtschaft prägte mein Interesse zu Brauchtum, Mundart und Volkstanz.

Vor etwa 15 Jahren bemerkte ich im Gespräch mit Andreas Klaushofer – vulgo Oberhauser, dass er sich häufig alter, vergessener Ausdrücke bediente. Wann immer wir miteinander sprachen, fielen immer mehr und mehr – auch bei mir – wie selbstverständlich Wörter oder Begriffe, die zum Teil längst aus unserem Sprachgebrauch verloren gingen. So entstand die Idee, irgendwann ein kleines Mundartbuch zu schreiben.

Dieses Vorhaben bewahrten wir zwar im Kopf und da blieb es auch. Bis mich vor zweieinhalb Jahren Josefa Fritz als Bildungswerkleiterin der Gemeinde Fuschl am See bat, gemeinsam mit ihr ein Mundartbüchlein zu verfassen. Aus diesem Büchlein wurde letztendlich ein Buch, das wir im November 2016 der Öffentlichkeit vorstellen durften.

Anschließend ein Auszug des Textes der „heimlichen“ Salzburger Landeshymne, der mich immer wieder zu tiefst berührt:

Drum liaba Hergott meĩ,
beschütz ma d’Hoamat feĩ,
åi unsa Guat und Såch
und a de Muattaspråch!
Schütz uns’re Bräuch und Leit
Weil’s Di gwis seiba gfreit,
wånns’d siegst wia schẽ åis is:
des Paradies!